
Gefühle sind nicht das Problem.
Sie sind nicht zu groß. Nicht zu laut. Nicht zu überwältigend.
Sie sind genau so, wie sie sein müssen, um gehört zu werden.
Das Problem entsteht oft erst, wenn wir sie nicht da sein lassen.
Wenn wir sie wegsperren, vertagen, zerdenken.
Ich habe erlebt, wie viel Kraft es braucht, Trauer zurückzuhalten.
Und wie wenig es manchmal braucht, wenn ich sie einfach da sein lasse.
Nicht dramatisch. Nicht endlos. Einfach nur: da.
Es war nie die Trauer selbst, die mich gelähmt hat.
Es war mein Widerstand dagegen.
Meine Angst, nicht mehr rauszufinden.
Meine Sorge, dass der Schmerz bleibt.
Doch Gefühle bleiben nicht, wenn wir ihnen begegnen.
Sie ziehen weiter – wenn wir sie durch uns hindurchfließen lassen.
Du musst dich deinen Gefühlen nicht ausliefern –
doch du darfst aufhören, gegen sie zu kämpfen.
Vielleicht ist es genau das, was den Weg leichter macht:
Sie da sein zu lassen. Nicht alle auf einmal. Nur eines nach dem anderen.
Und zu merken: Ich halte das aus. Ich wachse daran.
